Mein Buch
Die Fürstin auf der Erbse
Rückseite: Nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin wanderte Corsina Fürst ins Tessin aus. Mit ihrem italienischen Ehemann führte sie dort ein glückliches und unbeschwertes Dasein, bis ein Unfall im Jahr 2011 schlagartig ihr ganzes Leben veränderte. Diagnose: Tetraplegie, Querschnittlähmung. In diesem Buch berichtet sie von der schweren Anfangszeit nach dem Unfall, von den Herausforderungen ihres Alltags, von diversen Themen, die sie beschäftigen, und von ihrer großen Leidenschaft, dem Malen. Parallel dazu erzählt sie das Märchen von der „Fürstin auf der Erbse“, das ihr eigenes Schicksal spiegelt. Ernste Gedanken über die Frage nach einem sinnerfüllten Leben wechseln sich ab mit heiteren Geschichten und Erinnerungen. Ein tiefgründiges und zugleich humorvolles Buch, das nicht nur Betroffenen Mut machen kann.
Inhalt
Vorwort
1. Die Fürstin auf der Erbse
2. Der Unfall und die Tage danach
3. Die Zeit in Nottwil
4. Meine verlorene Seele
5. Alltag im neuen Zuhause
6. Was für Helden!
7. Die rosarote Brille
8. »Titos Brille«
9. Noch ein g-r-a-n-d-i-o-s-e-s Buch
10. Was mich mit Gerhard Richter verbindet
11. Zum Malen geboren
12. Kreativität
13. Facettenvielfalt
14. Eine Hommage an meine Freunde!
15. 50 Jahre …
16. Ja, danke!
17. Angst krallt und klammert, Liebe lässt los
18. Schwächen annehmen und in Stärken verwandeln
19. Das hast du gut gemacht!
20. Reise zu mir selbst
21. Reise nach Indonesien
22. Wunderschönes Tessin
23. Was hat mein Unfall bei anderen bewirkt?
24. Was hat der Unfall bei mir bewirkt
25. Was Freude macht, ist leicht
26. Schönheit und Vielfalt der Sprache
27. Älter werden
28. Zwei Leute und drei Stöcke Einkauf mit Mama
29. Vom Luxus, Zeit zu haben
30. Toleranz
31. Also sind wir mal ganz ehrlich
32. Meditation
33. Der Glaube
34. Ein bisschen italienisches Flair …
35. Gianni, il mio grande amore
Vorwort
Ein schwerer Unfall im August 2011 hat mein Leben schlagartig verändert. Seither habe ich bedeutend mehr Zeit als die meisten Menschen in meinem Alter. Zeit, um mir so allerlei Gedanken zu machen. Gedanken um mich, die Menschen und die Welt. Zeit, meine Gedanken zu formulieren und weiterzuentwickeln. Zeit zum Philosophieren, um Rückschau zu halten, um nach dem Sinn des Lebens Ausschau zu halten … Zeit zum SEIN. Das Schwierigste überhaupt.
Dieses Buch wirft einen kaleidoskopischen Blick auf das Leben. Ich möchte die Leser anregen, mit mir nachzudenken, zu schmunzeln, zu weinen, mir recht zu geben oder zu widersprechen… Vielleicht kann es helfen, trösten, aufrütteln, beruhigen, Ängste nehmen, Sichtweisen verändern, Frieden stiften … Ein Buch ohne Anspruch auf Vollkommenheit, atypisch, unkonventionell, privat, authentisch, Geschmacksache.
1. Die Fürstin auf der Erbse
Ich glaube, in einem anderen Leben war ich eine Prinzessin. Schon als Kind von sechs Jahren wollte ich Seidenstrümpfe und Stöckelschuhe von meiner Mutter tragen. Mit zehn musste sie mir das Schminken verbieten. Zu Fastnacht hätte ich immer gerne ein Prinzessinnenkostüm angezogen und mein Lieblingsfilm war »Sissi« … Wenn ich an meinen Vor- und Nachnamen denke, ist das alles ja gar nicht so weit hergeholt: Die Corsini waren ein Adelsgeschlecht aus der Nähe von Florenz und »Fürst« spricht für sich selbst.
Es war einmal eine Fürstin, die lebte mit ihrem Prinzen in einem wunderschönen Land des Südens, wo Palmen wuchsen, Oleander und Kamelien blühten und wo See und Berglandschaften sanft ineinander übergingen. Ihr Schloss war versteckt in den Bergen und täglich machten sie einen Ausritt in die Wälder und Wiesen ihres Anwesens. Da ritt sie mit ihrem Krönchen auf einem weißen Schimmel, genoss das Dasein in Glanz und Gloria, scherzte mit ihrem Herrn Gemahl und freute sich des Lebens …
Nicht jede Frau möchte eine Prinzessin sein, jedoch nehme ich an, dass alle Menschen das Bedürfnis haben, ein schönes, unbeschwertes Leben zu führen. Dorthin sind wir auf dem Weg und setzen all unsere Kräfte dafür ein. Wir versuchen, einen Job zu finden, von dem wir gut leben können und der uns erfüllt, einen Partner kennenzulernen, der uns glücklich macht, und unsere Freizeit mit freudespendenden Hobbys zu füllen, um uns selbst zu verwirklichen.
Das hört sich alles leichter an, als es ist. Die Realität sieht nicht selten weniger rosig aus: Unser Job stresst uns ungemein, mit dem Partner läuft auch nicht alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten, für unser Hobby haben wir zu wenig Zeit und Geld…Und wer fühlt sich schon so richtig selbstverwirklicht? So sind wir häufig unzufrieden und führen ein Leben, das uns nicht erfüllt. Doch wer oder was steckt dahinter?
WIR selbst, denn es ist UNSER Leben!!! Mir wurde schon früh bewusst, dass ich einiges selbst in die Hand nehmen muss, um mein Leben möglichst angenehm, glücklich und sinnvoll zu gestalten. Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin war ich ein Jahr in Deutschland in einer Kurklinik tätig und anschließend arbeitete ich fünf Jahre in einer Schweizer Rehaklinik. Nachdem ich mir selbst Italienisch beigebracht und mein Gelerntes bei Tessiner Patienten fleißig angewandt hatte, erfüllte ich mir meinen Traum, ins Tessin auszuwandern. Dort lebe ich nun seit über 20 Jahren, habe meinen Mann Gianni kennengelernt und mit ihm das große Los gezogen. Seit dem Physioabschluss habe ich stets Kurse gemacht, um das Handling zu verbessern und mein Wissen zu erweitern. In der Freizeit bin ich meinem Hobby dem Malen nachgegangen, habe meinen Körper mit nicht allzu exzessivem Jogging gesund gehalten, und so führte ich mit dem üblichen Auf und Ab eigentlich ein ganz zufriedenes Leben.
Dann geschah etwas sehr Unerwartetes…
…Plötzlich kam ein gewaltiger Windstoß, er pustete die Fürstin um und warf sie unsanft auf den Boden. Von unten sieht die Welt ganz anders aus! Sie lag im Dreck und fühlte sich schwach und hilflos, ihr Krönchen war verbogen, ihr war zum Weinen zumute … und dann lag sie auch noch auf einer Erbse.
Merkwürdig, eine Erbse begegnete ihr häufig in besonderen Momenten ihres Lebens und eigenartigerweise immer in einer anderen Verkleidung. Manchmal war sie ein spitzer Stolperstein, ein anderes Mal erschreckte sie sie als grünes Ungeheuer, und als sie in jungen Jahren eine schlimme Zeit durchstehen musste, war die Erbse zu einem grauen traurigen Schleier geworden, der sich über sie legte. Im Moment des Sturzes war die Fürstin jedoch so erschrocken, dass sie sie gar nicht wahrnahm…
Ich verunfallte mit meinem Mann in Südfrankreich und wurde in Marseille am 5. Halswirbel, der mir eine Querschnittslähmung verursacht hatte, operiert. Nach 10 Tagen Intensivstation in Marseille wurde ich zur Rehabilitation nach Nottwil in der Schweiz gebracht:
3. Die Zeit in Nottwil
Endlich wieder Deutsch! Es klang wie Musik in meinen Ohren, sogar das dissonante Schwyzerdütsch. Die ersten zwei Tage und Nächte wurde ich in Quarantäne gelegt, ich hätte ja die Pest mitbringen können. Zehn Monate verbrachte ich zur Rehabilitation im Paraplegiker- Zentrum Nottwil bei Luzern. Zu Beginn war ich ganz gelähmt und nicht mal fähig, den Klingelknopf zu bedienen. In den ersten Tagen war mein Kreislauf so geschwächt, dass ich mich erst langsam an das Sitzen im Bett gewöhnen musste. Einmal fiel ich dabei in Ohnmacht. Nach den ersten paar Tagen wurde ich dann langsam in einen Rollstuhl gesetzt. Die Physiotherapie bestand nur aus Durchbewegen und Stehbetttraining: Man wird auf ein Bett geschnallt, das täglich ein paar Grade höhergefahren wird, um sich wieder an die Standposition zu gewöhnen. In den ersten Tagen wurde mir bei 30 % Neigung schon schwindelig und ich wurde mit kreisenden Sternchen vor den Augen zurückgefahren. Kaum zu glauben, aber es dauerte über drei Wochen, bis mir mein Kreislauf die Standposition wieder erlaubte…
Es ist erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt, sich nicht kratzen zu können. Wenn es beißt, wartet man ein wenig, und es geht schneller vorbei, als man denkt. Nur beim Dauerbeißen meines Kopfes musste ich um Hilfe bitten.
Nottwil ist ein unglaublich schöner und gut ausgestatteter Rehabilitationsort. Das Gebäude ist hell und großzügig gebaut und liegt in einer traumhaften Umgebung, mit Blick ins Grüne und auf den Sempachersee. Die Angebotsvielfalt ist enorm und die Professionalität überdurchschnittlich. Neben allen klassischen und alternativen Körper- und Psychotherapien gibt es unendlich viele Kurse. Ich kann mir keinen besseren Rehabilitationsort vorstellen. Genauer informieren kann man sich im Internet unter »Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil«.
Dort war zur selben Zeit wie ich auch Samuel Koch, der in »Wetten dass …?« schwer verunglückt war. Ich erkannte ihn aber erst später, als ein Fernsehteam kam, um über den sympathischen und angenehmen jungen Mann einen Film zu drehen. Inzwischen habe ich beide Bücher von ihm gelesen und bin sehr beeindruckt von der Kraft, mit der er seinem Schicksal gegenübertritt (seine Tetraplegie ist komplett). Mich fasziniert seine Furchtlosigkeit, mit der er noch immer Herausforderungen überwindet, und die Art und Weise, wie er mit seinen fortwährenden Schmerzen umgeht. Bewundernswert ist auch sein großes Engagement für zahlreiche Projekte.
Zu Beginn hatte ich einen Elektrorollstuhl, der mit wenig Kraftaufwand selbst bedient werden konnte und ziemlich schnell war. Ich war nicht die Einzige, die im Essensraum immer wieder Tische und Schränke rammte.
Als meine Arme kräftiger waren, wurde mir ein normaler Rollstuhl zur Verfügung gestellt. Nach der Einzeltherapie und den Übungen im Fitnessraum war ich fix und fertig. Erschöpft, mit geschlossenen Augen, fuhr ich im Schneckentempo die endlos scheinenden Gänge entlang zurück in mein Zimmer. Ich hob bei jedem dritten Radanstoß kurz die Augenlider, um zu vermeiden, dass ich gegen die Wand fuhr….
Beim Warten vergeht die Zeit einfach nicht. Wann immer ich den Knopf gedrückt und geklingelt hatte, waren nach einer gefühlten Stunde nur fünf bis zehn Minuten vergangen. Der Fernseher ist mir in dieser Zeit zu einem guten Freund geworden. Er half mir auch, die Angst vor schlaflosen Nächten zu überwinden. Neben den vielen Therapien bekam ich regelmäßigen Besuch von meinem Mann und guten Freunden.
Es gab viele tolle, unvergessliche Momente in Nottwil, beispielsweise wenn ich plötzlich wieder etwas konnte, das vorher nicht mehr möglich war. Der wichtigste Moment war, als ich nach sechs Wochen Therapie zum ersten Mal wieder das rechte Daumenendglied bewegen konnte. Ein paar Tage später konnte ich schon ein Haar von meinem Pullover entfernen. Was für ein Glücksgefühl! Über den ersten Bissen in einen Mohrenkopf, den ich selbstständig bewerkstelligte, freute sich meine Freundin Silvia, die damals zugegen war, genauso wie ich.
Es kamen langsam alle Muskeln zurück, der eine besser, der andere weniger. Nach dem Stehen folgte das Gehen im Barren, dann am Rollator und zuletzt an den Stöcken, wenn auch nur langsam. Auch mit den Armen ging es langsam aufwärts…
Die letzten Monate in Nottwil wurden im Allgemeinen immer schwieriger für mich, weil die Fortschritte nicht mehr so eklatant waren wie zu Beginn. Meine große Hoffnung, das Zentrum ohne Rollstuhl verlassen zu können, schwand dahin. Ich war trotzdem froh, an Stöcken gehen zu können…
Quelle: Schweizer Paraplegiker-Stiftung, Nottwil.
5. Alltag im neuen Zuhause
Im Allgemeinen waren die ersten zwei Jahre noch geprägt von häufiger Müdigkeit. Nach allem, was ich tat, war ich sofort erschöpft. Wenn ich drei Tassen abwusch, dauerte das zehnmal so lange als normal und anschließend ließ ich mich völlig kaputt auf den nächsten Stuhl fallen. (Heute dauert es nur noch fünfmal so lange und ich kann länger stehen.) Nach dem Ausziehen meines Pullovers hätte ich mich vor Anstrengung schon ins Bett legen können. Wenn wir abends Gäste hatten, musste ich mich immer schon zwei Stunden vorher verabschieden …Das ist mittlerweile alles besser geworden, manchmal werden die Gäste sogar schon vor mir müde. Was leider bis heute noch ein Problem darstellt, ist meine morgendliche Müdigkeit, die bei meinem niedrigen Blutdruck von 80/60 nicht gerade verwunderlich ist. Täglich kommt der Pflegedienst, um mir beim Abführen und bei der Dusche zu helfen. Wenn es schlimm ist, müssen mir die Krankenschwestern nach den ersten paar Schritten die Füße hochlagern, damit ich nicht in Ohnmacht falle. Habe ich einen guten Tag, so wird mit meinen Krankenschwestern, die fast alle inzwischen zu Freundinnen geworden sind, fröhlich gequasselt und gelacht. Da erfinden wir in Gedanken eine Pille, die dem Stuhlgang eine gute Parfumnote verleiht und seine Farbe in ein poppiges Rosa verwandelt. Oder wir überlegen, dass anstatt des mühsamen Abführens ein Stuhlabsauger erfunden werden müsste. Mit einer Schwester imitiere ich gerne Tessinerisch oder süditalienische Dialekte und wir stellen uns in Gedanken vor, im Fernsehen bei einer Art italienischem Komödienstadl mitzumachen. Unsere Themen sind unerschöpflich.
Der Haushalt wird von einer Haushaltshilfe erledigt, die putzt, wäscht und kocht. Besser als ich dachte, gewöhnte ich mich an die ständige Anwesenheit einer fremden dritten Person in unserem Heim. Auch wenn ich sagen muss, dass das trotz allem nicht jeden Tag gleich einfach ist. Aus verschiedensten Gründen mussten wir immer wieder nach einer neuen Hilfe suchen und ich lernte daraus, dass ich von Anfang an bestimmte Dinge klarstellen sollte. Da nahezu alle Italienerinnen ein Quassel-Gen in sich zu haben scheinen, lernte ich, zu Beginn mitzuteilen, dass ich gerne meine Ruhe habe und ungern Familien- geschichten zweiten oder dritten Grades zu hören bekomme. Manchmal klappt‘s und manchmal eben auch nicht. Nur eine brachte mich ab und zu an die Grenzen meiner Geduld: Wenn sie im Schrank oben rechts etwas suchen sollte, konnte ich davon ausgehen, dass sie unten links damit begann. Eine andere konnte im Wäschekorb kein einziges Kleidungsstück sehen und musste jeden Tag waschen. Die Nächste hatte den Tick, die Küche picobello zu putzen, bevor sie mit dem Kochen begann, um sie danach wieder intensiv zu reinigen. Eine wusch vorsichtig von Hand meinen blau-weißen Wollpullover, um ihn dann zusammen mit einem roten Kleidungsstück in den Trockner zu werfen. Das Resultat muss ich nicht beschreiben. Aber abgesehen von den kleinen Marotten und ein paar Ausrutschern bin ich sehr zufrieden mit meinen „Lebensabschnittsbegleiterinnen“.
Die jetzige heißt Santina, das bedeutet »kleine Heilige«. Sie macht ihrem Namen alle Ehre und ist sehr liebenswert. Ich glaube, ich werde auch bald heiliggesprochen, da ich bisher alle Marotten meiner Helferinnen stoisch ertragen habe.
Das allergrößte Highlight in meinem »neuen Leben« ist für mich, dass ich wieder selbst Auto fahren kann. Zum Fahren brauche ich ein Automatikauto und ein extrem leicht eingestelltes Lenkrad. Dazu musste ich noch einmal eine praktische Prüfung absolvieren. Mit dem eigenen Auto zum Kaffeetrinken, in die Therapie oder sonst wohin fahren zu können, erscheint mir heute noch wie ein Wunder. Darüber freue ich mich jeden Tag. Inzwischen fahre ich auch alleine vom Tessin nach Deutschland, was mit Pausen fünf Stunden dauer…
10. Was mich mit Gerhard Richter verbindet
Mit Sonni war ich vor vier Jahren im Kunstmuseum »Fondation Beyeler« bei Basel. Wir besuchten die Ausstellung von Gerhard Richter, dem zurzeit berühmtesten Maler Deutschlands. Als wir uns so umschauten, dachte ich mir bei den ersten Bildern, die wir sahen: »Oi, schau mal, der malt im gleichen Stil wie ich!« (Nur der Preis unterschied sich etwas.) Denselben Gedanken sprach meine Freundin in der nächsten Sekunde aus. »Der hat von mir abgeschaut«, scherzte ich mit ihr. Lachend gab sie mir absolut recht. Diese Bilder zeigten natürlich nur einen Teil seiner variablen Stile, aber ich fühlte mich gut nach dieser Ausstellung, zumal mir die Ähnlichkeit unserer Bilder von vielen Bekannten auch im Nachhinein bestätigt wurde. Erst gestern kam eine Tessiner Freundin zu mir, um von ihrer Reise nach London zu berichten. Mit ihrer Tochter besuchte sie unter anderem das Museum für moderne Kunst »Tate Modern«. Als sie erzählte, dass ihre Tochter dort die Ähnlichkeit der Werke eines deutschen Künstlers mit meinen Bildern festgestellt hatte, sagte ich im Spaß: »Hieß er Gerhard? « Im selben Moment suchte sie nach dem Nachnamen, und gleichzeitig riefen wir, wie aus einem Munde: »Richter!« Ja!!! Einfach ein schönes Gefühl, als Autodidakt mit viel Passion einem wahren Künstler nahezukommen!
22. Wunderschönes Tessin
Oft bekomme ich Besuch von meinen früheren Freundinnen, dann schwelgen wir in alten Erinnerungen, reden viel und machen schöne Ausflüge. Ich zeige ihnen gerne meine Lieblingsorte im Tessin. Morcote ist eines der schönsten Dörfer des Kantons Tessin. Nicht ohne Grund hat es den Titel »Das schönste Dorf der Schweiz 2016« erhalten. Es ist herrlich, unter den Arkaden zu spazieren, auf den Balkönchen der Restaurants direkt über dem See zu sitzen, die alte Kirche Santa Maria del Sasso (400 Stufen hoch) zu besichtigen, den Parco Scherrer zu bewundern oder das Dorf von einem Schiff aus in seiner vollen Pracht anzusehen.
Das Tessiner Dorf Caslano besitzt ebenfalls bezaubernde Restaurants, die direkt am See gelegen sind, und einen Rundweg, auf dem man fast immer am See entlangspaziert. Nur ein Abschnitt führt durch ein lichtes Wäldchen, der ebenfalls einen traumhaften Blick auf den See bietet. Auf diesem Weg kommt man an dem kleinen Hotel »Fonte dei Fiori« vorbei, das eine wunderschöne Terrasse im Jugendstil mit Blick auf den Garten hat, ein idealer Ort für eine gemütliche Kaffeepause.
Der italienische Ort Ponte Tresa ist von Lugano aus mit dem Auto in ca. 20 Minuten erreichbar. Dort findet ein typisch italienischer Markt statt, den ich oft und gerne besuche. Doch auch vor ihm macht die Globalisierung nicht halt. Mit Ausnahme von Gemüse- und anderen Lebensmittelständen gibt es inzwischen fast mehr chinesische und arabische Standbesitzer als italienische. Trotzdem ist der Markt sehr empfehlenswert.
Die Region, in der ich wohne, wird Malcantone genannt. Ich zitiere zunächst eine Beschreibung aus dem Internet: »Auf kleinstem Raum findet man Seeufer, Berge, Alpen, malerische Dörfer und noch vieles mehr. (…) Im letzten Jahrhundert wurde das Malcantone als ‚das Kalifornien des Tessins‘ bezeichnet. Heute noch zeugen stillgelegte Stollen von Erzschürfern und Goldsuchern. Eine Wanderroute, der Senterio delle meraviglie, führt zu Schürfstellen, Höhlen, einer geheimnisvollen Burgruine und einer wieder zum Leben erweckten Hammerschmiede an dem Flüsschen Magliasina.«
Die Region Malcantone hat riesige Waldgebiete, durch die sich kurvige Straßen bergauf und bergab schlängeln. Für Naturfreunde ein Paradies…..
So, das soll reichen, um Ihnen einen kleinen Einblick in mein Buch zu geben.
Das Märchen begleitet meinen Text und hat mit der Erbse einen eigenen Spannungsbogen.
Vielleicht gefällt es Ihnen. Falls ja, wünsche ich Ihnen viel Spass beim Lesen!
Ihre Fürstin auf der Erbse
ISBN nummer: 978-3-7460-3960-2
Falls Sie Fragen in Bezug auf gesundheitliche Probleme bei Para-oder Tetraplegie haben, oder Hilfe suchen bei der Bewältigung Ihres persönlichen Schicksals, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Meine e-mail finden Sie auf Kontakte.